Disclaimer straight vorneweg, weil Unklarheiten verbreiten sich schneller als Verständnis: dies ist ein Me-„Problem“ und jedwede eingebildete Glaubensgestalt behüte uns davor, dass ich jemandem den Spaß wegzunehmen versuche … aber Buchmessen sind echt nicht mein Ding. Ich bin ein Autorenklischee, ein knautziger Eigenbrötler, der so viel Anlauf zum Weitsprung in die Sozialverträglichkeit braucht, dass da meist schon keiner mehr steht und wartet, wenn ich schließlich lande
Menschenmengen, aber ebenso One-on-Ones knabbern mir massiv die Ladung meines Social-Akkus weg und wo ich mich nicht wohlfühle will ich nicht sein. Vertoilettier dich, Life Coach, lass mich in meiner Komfortzone flanieren Was so ein wenig ätzt: ich hab den Eindruck, dass das Gros der Bubble inzwischen einen irrational gesteigerten Wert auf „ach neeee, du auch hier?!“
-Hätscheligkeit legt. Alles zehrt ganz viel davon, wer sich schonmal persönlich peinlich berührt (seine Bücher anzudrehen versucht) hat und schwelgt in einer abschottenden „weißte noch, die FBM?“
-Seligkeit.
Eine Phalanx, in die gefühlt kein Reinkommen mehr ist. Oder kommt mir das nur so vor? Als ginge die Bedeutung parasozialer Bindungen nicht eh schon viel zu weit, müsste ich nun auch noch bestenfalls jede:n von euch persönlich kennen, ne Humus-Stulle miteinander geteilt und für ein Dutzend Kiwi-Ingwer-Limabohnen-Schorlen zusammengelegt haben, um in Brüder- und Schwesterlichkeit als große verschmolzene SPler-Masse aufzugehen? Bucketheads, das ist mir ja völlig zuwider
Und ich weiß natürlich, Kontakte, ins Gespräch kommen, grässlich viel gemeinsam haben, Handkrämpfe vom Signieren kriegen, untergehakt für Fotos grinsen – das ist alles schon ganz töfte
Und trotzdem: mir schmälzen bei der Vorstellung die Eingeweide zum Bauchnabel raus.
Also vergesst uns öffentlichkeitsscheue Anxiety-Sofasitzer nicht Wir müssen nicht alle mit der Nase vom selben Kakaopulver geschnupft haben, um die gemeinschaftliche Wärme eines guten Schokomixgetränks zu verdienen. Bis dahin, cool kids, habt Spaß, wo auch immer ihr eure Stände hinpflanzt



