Wie viel Autor steckt in der Figur?

Wie viel Autor steckt in der Figur (1)

Moin. @sally_n_writes heute beim #wewritewednesday mit der markanten Frage: Welche persönlichen Erfahrungen und Gefühle fließen besonders stark in die Entwicklung meiner Figuren ein? Kurzum: überhaupt gar keine. Ich bin der Night King meiner Figuren, raising the dead, oder weniger martialisch doomsdaymäßig: ich belebe und erhebe Ideen und schick die los, nicht um die Länder der Lebenden zu knechten, sondern um ne gute Geschichte mit ìhnen zu erzählen 🤷‍♂️

 

Simple as that. Ich schreib nicht, um irgendwas zu bewältigen, nicht um irgendwas zu verarbeiten, irgendwas zu kompensieren, absolut nichts dergleichen. Kann natürlich sein, dass hier und da mal ein paar meiner Traits in diese oder jene Figuren-Marotte einfließen, kann auch sein, dass sich da mal historisch am Erlebenshorizont was deckt – aber das folgt den Prinzipien der Wahrscheinlichkeit, nicht jenen des Kanalisierens 🤷‍♂️ Erfüllt mir das nen inneren oder gar künstlerischen Zweck? Ja. Und zwar Abstand. Distanz zum Werk, Distanz zum Detail, Distanz dazu, mein Seelenheil oder sonstwas davon abhängig zu machen, ob meine Schreibe und meine Geschichten gut ankommen oder nicht.

 

Darin, sich selbst als der Mensch hinter dem Buch über das Schreiben zu sehr emotional zu entblößen, sehe ich weder für Autoren, noch für Leser ein erstrebenswertes Ziel. Das generiert ne Verletztlichkeit und ne parasoziale Anteilnahme, die beide in der Rezeption von Kunst nicht vorrangig etwas zu suchen haben und die dennoch gerne, grade über die (Eigen)Darstellung in den sozialen Medien, instrumentalisiert werden. Von daher bleibt’s dabei, die persönlichen Erfahrungen und Gefühle meiner Figuren gehören meinen Figuren (was sie sich auch verdammt nochmal verdient haben, cause who am I in the end?! 🤣) und kein Spiegel- oder Zerrbild meiner eigenen. Nie und never.

 

Happy Wochenteiler 😊👋

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