…und das I nicht für ist mir egal.

 

 

2021 dachte ich wirklich, im „goldenen Zeitalter“ des Veröffentlichens zurück ins literarische Schreiben eingestiegen zu sein. Nach Mitte der jungfräulichen 2000er hatte ich, abgesehen von acht Jahren als Filmblogger, nichts mehr rausgebracht. Dann erwachte die alte Liebe zur Fantasy, und was hätte mir mehr entgegen kommen können, als das Selfpublishing?

 

Ich bin gemacht dafür. Ich kann viel, oder bin willens, es mir anzueignen. Vor allem kompensiert SP vieles, in dem ich NICHT so gut bin. Die Social Anxiety ist stark in mir, Zusammenarbeit stets ne Hemmschwelle für mich, ich scheitere lieber für mich allein, als es mit anderen zu versuchen. Ich ertrage es nicht gut, von der Meinung, dem Urteil, der Hilfe anderer abhängig zu sein. Drum hab ich vor bald 30 Jahren begonnen, mein Skillset auf Max zu pushen, um als Autor auf niemanden als mich selbst angewiesen zu sein. Auf meine Ideen, auf meine Kreativität, auf meine Fähigkeiten, diese in Storys und Charaktere zu übersetzen. Für meine Erfolge wie für mein Versagen will ich nur mich selbst verantwortlich machen. Weil ich so ticke, weil ich so bin, weil ich es anders nicht kann.

 

Und nun kommt so ein gewisser shady Literaturwettbewerb daher und unterstellt sinngemäß „ihr Autor:innen arbeitet doch mittlerweile eh alle mit KI und wenn nicht seid ihr ne aussterbende Ausnahme“. Boah. Das zieht mir bis in die Knochen. Nicht nur, dass dabei verallgemeinert und Dinge in den selben Topf geworfen werden, die nichts miteinander zu tun haben – es ist auch quasi ne Grabesrede auf den Wert echter Kunst. Jene Kunst, die man mit Freude, Leid, Rückschlägen, Hurra-Gefühlen und sämtlichen anderen Emotionen in Mühen oder über das Papier fliegend erschafft. Die Art von Kunst, in der ich unzeitgemäßer Kalkoppa seit zig Jahren mein mentales Zuhause finde, das Fundament gezimmert und die Deko angebracht hab. Nee, sorry, nix da. Das wird mir NIE jemand oder „etwas“ wegnehmen. Das wird nie jemand „fühlen“, der sich auf KI-Ranz stützt. Das wird NIEMALS das gleiche sein, egal ob Wettbewerbe und Verlage es demnächst als gleich erachten. Wer den Prozess nicht liebt, der tötet ihn. Und ich werd nicht mit in dieses Loch steigen. Jeremy out 🖖

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