(Dieser Text ist ursprĂŒnglich aus dem Februar ’25, TikTok habe ich inzwischen zum eigenen Wohle wieder gelöscht!)
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Heureka und Halleluja, oder vielmehr ach herrje, ich mach jetzt TikTok Sagt man das so, ich âmach das jetztâ? Nun, egal. Ich hab mich ewig dagegen gestrĂ€ubt, aber das ist erstmal nichts ungewöhnliches; ich bin ein knorriger alter Mann und da geht man halt nicht sofort steil auf jeden Trend. Trotzdem war das ne Prinzipie, die ich eigentlich nie aufzugeben vorhatte. Und ich sags euch: ich fĂŒhl mich auch nicht richtig wohl damit
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Ganz allgemein kann ich nĂŒscht und immer weniger damit anfangen, wie sich Content im Internet und in den sozialen Medien gewandelt hat und weiter entwickelt. Mache das schlieĂlich schon seit 2008 Alles muss zack zack und plĂ€rr plĂ€rr gehen und wenn du die Aufmerksamkeit nicht innerhalb eines Schnipsers hast bekommst du sie auch nicht. Autor:innen mĂŒssen sich wie jonglierende Marktschreier anbiedern und verlieren zwischen Copy-Paste-Viralversprechen und Cringe Level 46tausend ihre IdentitĂ€t …
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⊠wĂ€hrend ein sprunghaft-wetterwenderisches Publikum katzengleich nach Futter, nem WollknĂ€uel und bunten Blinkelichtern zum Hinterherpfoten verlangt. Wie das alles logistisch mit den TĂ€tigkeiten Lesen und Schreiben ĂŒberein zu bringen ist: unklar, mir zumindest Dazu ist Social Media (irgendwie schon immer, aber immer mehr zunehmend) ein Drahtseilakt fĂŒr die eigenen moralischen Werte. TikTok scheiĂt mich seit Anmeldung bei jedem (!) Ăffnen der App mit Inhalten von AfD-Sympathisanten voll
Ich sperre mehr Profile, als ich zum Folgen finde
Und alles in allem geht mir das schon ein StĂŒck weit an die Nieren.
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Immerhin muss ich aber zugeben, das Videos basteln SpaĂ macht, hab meine Anti-Reel-Haltung hier ja schon vor lĂ€ngerem aufgeweicht Und es sieht wohl auch so aus: wir habenâs aktuell mit Zeiten zu tun, in denen das reine Sonnen in moralischen Hoheitspositionen uns auch nicht weiterbringt. Wir mĂŒssen vermutlich da hin, wo es schattig, wo es dunkel ist, um Strömungen nicht mit erhobenen Zeigefingern und dem Bouquet des eigenen Furzgeruchs entgegen zu treten, sondern mit einer stabilen Haltung, die sich zuvorderst in unserer Kunst ausdrĂŒckt, inhaltlich und auch formell. So rede ich mir das jedenfalls schön
Bis dann

